Seniorenbetreuung Lebherz

Praxisbeispiele: Wie die 24-Stunden-Pflege im Alltag umgesetzt wird

Die 24-Stunden-Pflege hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der wichtigsten Formen der Seniorenbetreuung entwickelt. Immer mehr Familien entscheiden sich für dieses Modell, weil es älteren Menschen ermöglicht, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben – auch dann, wenn sie im Alltag auf umfassende Unterstützung angewiesen sind.

Doch wie sieht diese Form der Betreuung in der Praxis tatsächlich aus? Wie wird sie organisiert, wie leben Senioren und Betreuungskräfte zusammen, und welche Herausforderungen und Chancen ergeben sich daraus?

Dieser Beitrag zeigt realistische Einblicke in den Alltag der 24-Stunden-Pflege, beleuchtet verschiedene Situationen aus der Praxis und erklärt, wie diese Form der Betreuung im wirklichen Leben funktioniert.

1. Was bedeutet 24-Stunden-Pflege wirklich?

Der Begriff „24-Stunden-Pflege“ führt leicht in die Irre. Er bedeutet nicht, dass eine Betreuungskraft buchstäblich rund um die Uhr arbeitet – sondern dass sie im Haushalt der betreuten Person lebt und jederzeit verfügbar ist, falls Hilfe benötigt wird.

Typischerweise übernehmen diese Betreuungskräfte Aufgaben im Haushalt, in der Alltagsbegleitung und bei der Grundpflege, während medizinische Tätigkeiten – wie Wundversorgung oder Medikamentengabe – weiterhin von einem Pflegedienst übernommen werden.

Das Besondere: Die Nähe und Kontinuität schaffen eine stabile Beziehung. Der Senior wird nicht ständig von wechselnden Personen betreut, sondern von jemandem, der ihn, seine Gewohnheiten und Eigenheiten kennt.

2. Alltag in der 24-Stunden-Pflege – ein realistischer Einblick

Jeder Pflegealltag ist anders, denn jeder Mensch ist anders. Trotzdem lassen sich typische Abläufe und Erfahrungen beobachten, die zeigen, wie diese Betreuungsform funktioniert.

Praxisbeispiel 1: Struktur und Routine im Alltag

Frau Keller ist 86 Jahre alt, körperlich eingeschränkt, aber geistig wach und lebensfroh. Sie lebt in einem kleinen Haus am Stadtrand. Ihre Betreuungskraft, eine Frau aus Polen, wohnt in einem Gästezimmer im selben Haus.

Der Tag beginnt meist gegen sieben Uhr. Die Betreuungskraft hilft beim Aufstehen, Ankleiden und richtet das Frühstück. Danach folgen kleine Hausarbeiten, während Frau Keller Zeitung liest oder telefoniert. Später gehen beide gemeinsam spazieren oder erledigen Einkäufe.

Mittags wird gekocht – oft einfache, frische Gerichte, die Frau Keller noch selbst mitplant. Am Nachmittag steht Ruhezeit auf dem Programm, danach etwas Unterhaltung: Kreuzworträtsel, Musik oder Fernsehen.

Abends hilft die Betreuungskraft beim Umziehen, richtet Medikamente und sorgt dafür, dass das Haus sicher ist. Danach hat sie Freizeit.

Diese Struktur gibt Sicherheit. Frau Keller weiss, was sie erwartet, und ihre Betreuungskraft hat geregelte Abläufe, die den Tag berechenbar machen.

Praxisbeispiel 2: Betreuung bei Demenz

Herr Baumann ist 79 Jahre alt und leidet an mittelschwerer Demenz. Seine Tochter lebt in einer anderen Stadt und kann ihn nur an Wochenenden besuchen. Eine 24-Stunden-Betreuung ermöglicht es ihm, zu Hause zu bleiben.

Die Betreuungskraft, eine erfahrene Frau aus der Slowakei, gestaltet den Alltag ruhig und mit vielen Wiederholungen. Sie achtet darauf, dass Herr Baumann nicht überfordert wird: vertraute Lieder, feste Essenszeiten und Spaziergänge zur gleichen Uhrzeit.

Wenn er unruhig wird oder nach seiner verstorbenen Frau fragt, bleibt sie ruhig, lenkt sanft ab oder holt das Fotoalbum hervor. Sie reagiert nicht mit Korrektur, sondern mit Verständnis – eine Technik, die in der Demenzbetreuung entscheidend ist.

Sie führt ein einfaches Tagebuch, in dem sie Besonderheiten festhält: Schlaf, Stimmung, Appetit, Gespräche. So kann die Tochter bei Besuchen nachvollziehen, wie es ihrem Vater geht.

Dieses Beispiel zeigt, dass 24-Stunden-Pflege weit mehr ist als körperliche Hilfe – sie ist Beziehungsarbeit, emotionale Präsenz und Beobachtung.

Praxisbeispiel 3: Nach einem Krankenhausaufenthalt

Nach einem Sturz musste Frau Steiner, 91, einige Wochen im Krankenhaus verbringen. Der Arzt riet dringend davon ab, dass sie allein nach Hause zurückkehrt. Die Familie entschied sich für eine 24-Stunden-Betreuung – zunächst befristet auf drei Monate.

Die Betreuungskraft, eine junge Frau mit Pflegeerfahrung, übernahm den Einzugstag mit grosser Sorgfalt. Zunächst stand die Organisation an: Medikamente sortieren, die Wohnung sicher gestalten (Teppiche fixieren, Haltegriffe montieren), dann einfühlsam die neue Routine aufbauen.

In den ersten Wochen war Frau Steiner skeptisch – sie mochte es nicht, „jemanden im Haus zu haben“. Doch nach kurzer Zeit wuchs Vertrauen. Sie merkte, dass sie dank der Betreuung wieder in ihr Wohnzimmer konnte, selbstständig essen konnte und nicht ständig Angst haben musste zu stürzen.

Nach drei Monaten entschieden sich alle Beteiligten, die Betreuung fortzusetzen. Dieses Beispiel zeigt, wie zeitlich befristete Betreuung zu einer langfristigen Lösung werden kann, wenn sie richtig umgesetzt ist.

Praxisbeispiel 4: Unterstützung für Ehepaare

Ein weiteres realistisches Szenario betrifft Paare, bei denen einer der Partner pflegebedürftig wird. Herr und Frau Berger leben seit über 60 Jahren zusammen. Frau Berger ist geistig fit, ihr Mann jedoch körperlich stark eingeschränkt.

Eine Betreuungskraft aus Rumänien zog bei ihnen ein, um die körperliche Pflege des Mannes zu übernehmen und gleichzeitig Frau Berger zu entlasten. Sie hilft beim Transfer vom Bett in den Rollstuhl, beim Waschen und Ankleiden.

Gleichzeitig achtet sie darauf, dass auch Frau Berger Pausen bekommt. Sie kocht, erledigt Einkäufe und gibt der Familie den Raum, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren: ihre Beziehung.

Hier wird deutlich, dass die Betreuungskraft nicht nur den Senior, sondern das ganze Familiensystem unterstützt. Sie schafft Entlastung, Stabilität und emotionale Balance.

3. Typische Aufgaben einer Betreuungskraft im Alltag

Die Aufgaben variieren je nach Gesundheitszustand des Seniors, aber im Wesentlichen deckt eine 24-Stunden-Betreuung folgende Bereiche ab:

  • Grundpflege: Hilfe beim Waschen, Ankleiden, Toilettengang, Körperhygiene
  • Haushalt: Reinigung, Wäsche, Einkaufen, Zubereitung von Mahlzeiten
  • Organisation: Arzttermine, Medikamentenerinnerung, Dokumentation
  • Gesellschaft: Gespräche, gemeinsame Aktivitäten, Spaziergänge
  • Sicherheit: Kontrolle von Herd, Türen, Licht, Unterstützung bei Mobilität 

Diese Kombination aus praktischer Hilfe und menschlicher Zuwendung macht das Modell so erfolgreich. Betreuungskräfte sind keine Ersatzpflegekräfte im medizinischen Sinn, aber sie übernehmen Verantwortung für das tägliche Leben – und das mit viel Herz und Geduld.

4. Wie läuft die Zusammenarbeit mit Pflegekräften und Angehörigen ab?

Eine 24-Stunden-Betreuung funktioniert am besten, wenn alle Beteiligten Hand in Hand arbeiten. Pflegekräfte übernehmen medizinische Aufgaben, Angehörige treffen Entscheidungen und bleiben emotional präsent, während die Betreuungskraft den Alltag gestaltet.

In der Praxis bedeutet das:

  • Die Betreuungskraft informiert die Angehörigen regelmässig über den Zustand des Seniors. 
  • Pflegedienste kommen für medizinische Tätigkeiten wie Verbandswechsel oder Injektionen. 
  • Die Familie bleibt in Kontakt, besucht, telefoniert oder unterstützt bei Organisation und Finanzen. 

Diese Zusammenarbeit entlastet alle Seiten und schafft ein stabiles Netz – ein Zusammenspiel von Professionalität, Nähe und Vertrauen.

5. Leben unter einem Dach – Chancen und Herausforderungen

Das Zusammenleben von Senior und Betreuungskraft im gleichen Haushalt ist eine Besonderheit dieses Modells. Es bringt grosse Vorteile, aber auch Herausforderungen mit sich.

Vorteile:

  • Permanente Präsenz schafft Sicherheit.
  • Keine ständigen Wechsel wie im Pflegeheim.
  • Individuelle Betreuung im eigenen Tempo.
  • Persönliches Verhältnis statt anonymer Betreuung. 

Herausforderungen:

  • Wenig Privatsphäre für beide Seiten.
  • Unterschiedliche Gewohnheiten und kulturelle Hintergründe.
  • Sprachbarrieren können Missverständnisse erzeugen.
  • Emotionale Grenzen müssen klar kommuniziert werden. 

Eine erfolgreiche 24-Stunden-Pflege erfordert also klare Regeln, gegenseitigen Respekt und ein Bewusstsein dafür, dass Nähe professionell gestaltet werden muss.

6. Qualitätssicherung und professionelle Begleitung

Seriöse Anbieter von 24-Stunden-Pflege legen grossen Wert auf Qualität. Dazu gehören Schulungen, Betreuungstagebücher, regelmäßige Feedbackgespräche und eine erreichbare Koordinatorin.

In der Praxis bedeutet das:

  • Einarbeitung: Die Betreuungskraft erhält genaue Informationen über den Senior, seine Bedürfnisse und den Haushalt. 
  • Dokumentation: Tägliche Notizen über Schlaf, Ernährung, Stimmung oder Auffälligkeiten. 
  • Vertretung: Bei Urlaub oder Krankheit wird eine Ersatzkraft organisiert. 
  • Supervision: Die Agentur bleibt Ansprechpartner bei Fragen oder Konflikten. 

Diese Strukturen geben Sicherheit – sowohl für Familien als auch für Betreuungskräfte.

7. Wie sieht Freizeit und Privatsphäre der Betreuungskraft aus?

Auch wenn das Wort „24-Stunden“ anderes vermuten lässt, haben Betreuungskräfte selbstverständlich Anspruch auf Ruhezeiten und freie Tage. In der Regel sind das täglich mehrere Stunden Freizeit sowie ein freier Tag pro Woche, der oft im Haus verbracht wird.

Familien sollten respektieren, dass auch Betreuungskräfte Erholung brauchen. Eine ausgeruhte, zufriedene Betreuungsperson arbeitet zuverlässiger und empathischer. Viele nutzen ihre Freizeit, um zu lesen, zu telefonieren oder spazieren zu gehen – manche integrieren sich auch in das Familienleben.

Ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe ist der Schlüssel zu einer harmonischen und langfristigen Zusammenarbeit.

8. Finanzielle Aspekte – was kostet 24-Stunden-Pflege in der Praxis?

Die Kosten hängen von Qualifikation, Sprachkenntnissen und Leistungsumfang ab. In der Regel bewegen sie sich:

  • in Deutschland zwischen 2.500 und 3.500 Euro im Monat,
  • in der Schweiz zwischen 3.000 und 4.500 CHF. 

Darin enthalten sind Unterkunft, Verpflegung und alle Grundleistungen. Zusätzliche Kosten entstehen eventuell für Anreise, Versicherung oder Vertretung.

Verglichen mit einem Pflegeheim ist dieses Modell oft günstiger – vor allem, wenn Angehörige Pflegegeld oder Zuschüsse anrechnen können. Zudem bleibt das wichtigste Argument bestehen: Lebensqualität im eigenen Zuhause.

9. Emotionale Wirkung – Nähe, Vertrauen, Menschlichkeit

Viele Familien berichten, dass durch die 24-Stunden-Pflege wieder Ruhe ins Leben kam. Senioren fühlen sich sicherer, Angehörige entlastet, und das Verhältnis zwischen beiden verbessert sich spürbar.

Die Betreuungskraft wird Teil des Alltags – manchmal fast wie ein Familienmitglied. Diese emotionale Bindung ist der grösste Vorteil dieses Modells, aber sie verlangt auch Achtsamkeit. Professionalität bedeutet, Nähe zuzulassen, ohne Grenzen zu verlieren.

Wenn diese Balance gelingt, entsteht eine Atmosphäre von Vertrauen, Geborgenheit und gegenseitigem Respekt – das Fundament jeder erfolgreichen Betreuung.

10. 24-Stunden-Pflege als gelebte Menschlichkeit

Die Praxis zeigt, dass 24-Stunden-Pflege weit mehr ist als ein Dienstleistungsmodell. Sie ist eine Lebensform, die Senioren ermöglicht, Würde, Selbstbestimmung und Sicherheit zu vereinen.

Ob bei Demenz, körperlicher Einschränkung oder nach Krankheit – die Betreuungskraft ist der rote Faden, der den Alltag zusammenhält. Sie kocht, organisiert, begleitet, hört zu und schenkt das, was im Alter am meisten zählt: Zeit und Zuwendung.

Natürlich ist dieses Modell anspruchsvoll. Es erfordert Vertrauen, Offenheit und klare Strukturen. Doch wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, kann die 24-Stunden-Pflege zur besten Lösung werden – für den Senior, für die Angehörigen und für die Gesellschaft insgesamt.

Denn am Ende geht es nicht nur um Pflege, sondern um das, was jeder Mensch verdient: ein Leben in Würde, Geborgenheit und Menschlichkeit – Tag für Tag.

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