Seniorenbetreuung Lebherz

Rechtliche Grundlagen: Arbeitszeiten und Pflichten von Betreuungskräften

Die sogenannte 24-Stunden-Betreuung zu Hause gilt heute als eines der wichtigsten Modelle, um älteren Menschen ein Leben im eigenen Umfeld zu ermöglichen. Sie verbindet Sicherheit, individuelle Unterstützung und persönliche Zuwendung. Gleichzeitig ist sie eine der sensibelsten Betreuungsformen, weil sie tief in den privaten Lebensraum hineinwirkt und die Betreuungskraft dauerhaft im Haushalt lebt. Aus diesem Grund spielen rechtliche Rahmenbedingungen, klare Vereinbarungen und die Einhaltung von Arbeits- und Ruhezeiten eine entscheidende Rolle. Trotz ihres Namens darf eine 24-Stunden-Betreuung niemals so verstanden werden, dass die Betreuungskraft tatsächlich rund um die Uhr arbeitet. Ein solches Modell wäre gesundheitlich unzumutbar und rechtlich unzulässig. Ein gutes Betreuungsarrangement beruht darauf, dass sowohl die pflegebedürftige Person als auch die Betreuungskraft geschützt sind – körperlich, emotional und rechtlich.

Um Familien bei der Orientierung zu unterstützen, ist es wichtig, die gesetzlichen Grundlagen zu kennen. Dazu gehören vor allem das Entsenderecht innerhalb der Europäischen Union, die Regelungen zu Arbeitszeiten und Bereitschaftszeiten, die Unterscheidung zwischen Grundpflege und medizinischer Pflege, die Stellung der Betreuungskraft im Haushalt sowie die Pflichten der Angehörigen. Wer diese Punkte versteht, kann eine Betreuung nicht nur menschlich, sondern auch rechtlich verantwortungsvoll gestalten.

Das rechtliche Beschäftigungsmodell – warum Legalität unverzichtbar ist

Viele Betreuungskräfte in der häuslichen Pflege stammen aus osteuropäischen Ländern. Das hat historische, sprachliche und wirtschaftliche Gründe, vor allem aber den Vorteil, dass innerhalb der EU ein gemeinsamer Rechtsrahmen existiert. Das am häufigsten angewandte Modell ist das sogenannte EU-Entsendemodell. Dabei ist die Betreuungskraft bei einem Unternehmen im Heimatland angestellt, wird von diesem sozialversichert und im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit zeitlich befristet nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz entsendet. Dieses Modell ist vollkommen legal – vorausgesetzt, die Betreuungskraft kann die sogenannte A1-Bescheinigung vorlegen. Dieses Dokument bestätigt, dass die Sozialversicherungspflicht im Heimatland erfüllt wird.

Fehlt dieses Dokument, kann sich die Situation schnell in Richtung Schwarzarbeit entwickeln, selbst wenn die Familie über eine vermeintlich seriöse Agentur vermittelt hat. Schwarzarbeit bedeutet nicht nur das Risiko finanzieller Nachzahlungen und Strafen, sondern auch massive Konsequenzen im Falle eines Unfalls. Wenn die Betreuungskraft stürzt, sich verletzt oder während eines Transfers die pflegebedürftige Person versehentlich verletzt, kann es ohne gültigen Versicherungsschutz zur persönlichen Haftung der Angehörigen kommen. Deshalb ist es zwingend notwendig, dass vor Beginn der Betreuung die rechtlichen Dokumente vollständig geprüft werden.

Neben dem Entsendemodell gibt es in seltenen Fällen die direkte Anstellung im Haushalt. Dabei wird die Familie selbst Arbeitgeber. Das bedeutet jedoch, dass sie Lohnbuchhaltung, Sozialversicherung, Steuerpflichten und Versicherungsschutz organisieren muss. Diese Variante ist rechtlich korrekt, aber für private Haushalte organisatorisch sehr anspruchsvoll. Deshalb wird sie nur gewählt, wenn besondere Anforderungen bestehen.

Arbeitszeiten: Warum „24-Stunden-Betreuung“ nicht 24 Stunden Arbeit bedeutet

Die größte rechtliche Herausforderung liegt darin, dass der Begriff „24-Stunden-Betreuung“ umgangssprachlich häufig missverstanden wird. Er beschreibt eine Rund-um-die-Uhr-Anwesenheit, nicht eine durchgehende Arbeitsbereitschaft. Gesetzliche Arbeitszeitregelungen gelten selbstverständlich auch für Betreuungskräfte im Privathaushalt. Diese Regelungen dienen dem Gesundheitsschutz und basieren auf arbeitsmedizinischen Erkenntnissen.

Betreuungskräfte dürfen in der Regel täglich zwischen 8 und 10 Stunden arbeiten. Diese Arbeitszeit muss durch Pausen unterbrochen werden, die sich an den Bedürfnissen des Haushalts und der Betreuungskraft orientieren. Zusätzlich sieht das Gesetz mindestens einen freien Tag pro Woche vor. Auch wenn die Betreuungskraft im Haushalt wohnt, hat sie während dieser freien Zeit Anspruch darauf, nicht für pflegerische Aufgaben herangezogen zu werden. Familien sollten diese Zeit bewusst respektieren.

Komplexer wird die Situation bei der Nachtbereitschaft. Wenn die Betreuungskraft gelegentlich nachts aufgerufen wird – etwa bei Toilettengängen oder unruhigem Schlaf –, gilt dies zunächst als Bereitschaftszeit. Wenn jedoch regelmäßig nächtliche Unterstützung erforderlich ist, etwa bei Demenz, Sturzgefahr oder chronischen Erkrankungen, handelt es sich arbeitsrechtlich um Arbeitszeit. In diesem Fall muss die Gesamtarbeitszeit angepasst oder ein zusätzliches Betreuungssystem organisiert werden. Häufig wird hier ein ambulanter Pflegedienst oder ein zusätzliches Schichtmodell eingesetzt. Es ist unerlässlich, dies realistisch zu planen, da Überlastung eine der häufigsten Ursachen für Betreuungsabbrüche ist.

Aufgabenbereich: Was Betreuungskräfte leisten dürfen – und was nicht

Die Arbeit einer Betreuungskraft umfasst vor allem die Grundpflege und Alltagsbegleitung. Dazu gehören Unterstützung beim Waschen, Ankleiden, Toilettengängen, Essenszubereitung, Haushaltsführung, Begleitung zu Arztbesuchen, Spaziergängen und soziale Betreuung, wie Gespräche oder Gedächtnistraining. Diese Tätigkeiten haben einen starken menschlichen und emotionalen Charakter. Sie erfordern Geduld, Aufmerksamkeit und ein gutes Gespür für die Bedürfnisse der betreuten Person.

Wichtig ist jedoch die klare Abgrenzung zur medizinischen Pflege. Bestimmte Tätigkeiten dürfen Betreuungskräfte nicht ausführen, selbst wenn sie diese theoretisch beherrschen. Dazu gehören Injektionen, Wundversorgung, Medikamentengabe ohne ärztliche Anweisung, das Setzen von Kathetern oder komplexe Transfers, die medizinisch geschultes Personal voraussetzen. Diese Aufgaben gehören ausschließlich in die Hände eines ambulanten Pflegedienstes oder examinierten Pflegefachpersonals. Diese Abgrenzung ist rechtlich verankert und dient dem Schutz der pflegebedürftigen Person ebenso wie der Absicherung der Betreuungskraft.

Die Rolle der Angehörigen: Verantwortung, Koordination und emotionale Unterstützung

Auch wenn eine Betreuungskraft im Haushalt lebt, bleibt die Familie in einer aktiven Rolle. Angehörige tragen Verantwortung für die Organisation der Versorgung, die Kommunikation mit Ärzten, Krankenkassen und Pflegediensten sowie für die Atmosphäre im Haushalt. Eine Betreuungskraft kann noch so professionell sein – ohne eine wertschätzende, respektvolle Zusammenarbeit wird keine Betreuung langfristig funktionieren.

Die Angehörigen sind Vermittler zwischen den Bedürfnissen des Seniors und den Möglichkeiten der Betreuungskraft. Sie achten darauf, dass Arbeitszeiten eingehalten werden, Pausen respektiert werden und dass Überforderung rechtzeitig erkannt wird. Ebenso wichtig ist ihre emotionale Rolle: Sie geben dem älteren Menschen Sicherheit, Stabilität und die Erfahrung, nicht allein zu sein.

Warum klare Regeln die Qualität der Betreuung erhöhen

Manche Familien haben anfangs Sorge, dass feste Regeln und Arbeitszeitmodelle die Flexibilität im Alltag einschränken. Tatsächlich bewirken sie jedoch das Gegenteil. Nur wenn Betreuungskräfte sich körperlich und mental erholen können, bleiben sie langfristig belastbar und einfühlsam. Überforderung führt schnell zu Fehlern, gereizter Kommunikation oder innerem Rückzug. Gute Betreuung lebt von Kontinuität, Vertrauen und emotionaler Präsenz – und diese entstehen nur dann, wenn die Betreuungskraft respektvoll und fair behandelt wird.

Rechtliche Klarheit schafft Menschlichkeit

Die 24-Stunden-Betreuung ist eine große Chance – aber sie funktioniert nur dann gut, wenn sie rechtlich korrekt, menschlich fair und organisatorisch stabil aufgebaut ist. Arbeitszeiten, Pflichten und Zuständigkeiten müssen klar geregelt sein. Die Betreuungskraft braucht Pausen, Respekt, Anerkennung und eine Rolle auf Augenhöhe. Der ältere Mensch braucht Verlässlichkeit, Ruhe und die Sicherheit, dass seine Würde geachtet wird. Angehörige brauchen Klarheit und Entlastung, statt Überforderung.

Wenn diese drei Bedürfnisse miteinander verbunden werden, entsteht eine Betreuungssituation, die nicht nur funktioniert, sondern trägt. Eine, die Sicherheit gibt. Eine, die Kraft schenkt. Eine, die Würde bewahrt.

Und genau das ist der Kern jeder guten Betreuung.

Angehörige organisieren den Einzug einer Betreuungskraft am Wohnzimmertisch

Praxisleitfaden: So organisieren Sie eine Betreuungskraft richtig

Eine Betreuungskraft zu engagieren ist ein grosser Schritt –...

Mehr lesen
Angehörige begleiten Senioren im Alltag bei Spaziergang und Gesprächen

Senioren im Alltag begleiten: Hilfreiche Tipps für Angehörige

Die Begleitung von Senioren im Alltag ist eine der...

Mehr lesen
Familie bespricht die Finanzierung einer 24-Stunden-Betreuung im häuslichen Umfeld

Alles über die Finanzierung der 24-Stunden-Betreuung

Die 24-Stunden-Betreuung, bekannt als häusliche Intensivpflege, ist eine Form...

Mehr lesen

Info Broschüre herunter­laden

Fordern Sie jetzt meine gratis Info Broschüre an: „Ihre persönliche 24h Betreuung im eigenen Zuhause – Voraussetzungen, Ablauf, Kosten“

Fragebogen herunter­laden

Füllen ihn aus und senden ihn per Email oder per Post wieder an mich zurück.

Sie erhalten dann umgehend ein konkretes Angebot von mir.

Schnell­anfrage

Seniorenbetreuung Lebherz ist Ihr vertrauenswürdiger Partner für die Vermittlung von Betreuungs- und Pflegekräften, um Ihren Lebensalltag zu Hause, in Ihrem gewohnten Umfeld, bestmöglich zu gestalten. Wir verstehen, dass jeder Mensch einzigartig ist, und wir passen unsere Betreuungsangebote entsprechend an. Ihre Lebensqualität und individuellen Bedürfnisse stehen für uns im Mittelpunkt.

Erfahren Sie mehr darüber, wie Seniorenbetreuung Lebherz Ihnen helfen kann, ein Leben in Komfort, Sicherheit und Würde zu führen. 

Füllen Sie noch heute das Kontaktformular aus, damit wir Ihnen persönlich zur Seite stehen können.

Kontaktformular