Seniorenbetreuung Lebherz

So vermeiden Sie Überforderung bei der Angehörigenpflege

So vermeidest du Überforderung in der Angehörigenpflege

Die Pflege eines Angehörigen kann eine zutiefst erfüllende, aber auch immens anspruchsvolle Aufgabe sein. Wenn du dich in dieser Rolle befindest, bist du Teil einer großen Gemeinschaft von Menschen, die täglich Bemerkenswertes leisten. Doch diese täglichen Bemühungen können schnell zu einer Überforderung führen, die sowohl deine physische als auch deine psychische Gesundheit beeinträchtigt. Dieser Artikel beleuchtet Strategien und Erkenntnisse, die dir helfen können, diese Überforderung zu vermeiden und deine Rolle als Pflegender nachhaltig auszuüben.

Die Übernahme der Pflegeaufgaben für einen geliebten Menschen gleicht oft einem Sprung ins kalte Wasser. Du siehst dich plötzlich mit einer Vielzahl neuer Verantwortlichkeiten konfrontiert, die von der alltäglichen Grundversorgung bis hin zu komplexen medizinischen Aufgaben reichen können. Ohne angemessene Vorbereitung und ein klares Verständnis der eigenen Grenzen kann diese Last erdrückend werden.

Bevor wir über Strategien zur Vermeidung von Überforderung sprechen, ist es entscheidend, die Realität deiner Situation zu erkennen und anzuerkennen. Dies bedeutet, dass du dir eingestehst, dass die Pflege eine Herausforderung ist und dass es in Ordnung ist, Unterstützung zu benötigen. Viele pflegende Angehörige neigen dazu, alles allein bewältigen zu wollen, aus einem Gefühl der Loyalität, der Pflicht oder der Angst, Schwäche zu zeigen. Doch diese Haltung ist langfristig kontraproduktiv.

Die Illusion des Alleingangs

Oft denken wir, dass wir stark genug sind, alles allein zu stemmen. Diese Denkweise kann jedoch zu einer gefährlichen Isolation führen. Du bist kein Einzelkämpfer in einem Krieg, sondern Teil eines potenziellen Unterstützungssystems. Das Eingeständnis, dass Hilfe notwendig ist, ist nicht ein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke und Weitsicht.

Frühe Anzeichen von Überforderung

Es ist wichtig, die Anzeichen von Überforderung frühzeitig zu erkennen. Diese können vielfältig sein und reichen von körperlicher Erschöpfung über Schlafstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zu emotionaler Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit und dem Verlust des Interesses an zuvor geliebten Aktivitäten. Ignorierst du diese Warnsignale, riskierst du einen Burnout, der dich und damit auch die Qualität der Pflege stark beeinträchtigen kann. Sei achtsam mit dir und deinem Körper.

Die Rolle als Pflegender akzeptieren

Akzeptiere, dass deine Rolle sich verändert hat. Du bist nicht nur der Ehepartner, das Kind oder der Freund, sondern auch der Pflegende. Diese neue Rolle bringt neue Anforderungen und manchmal auch neue Emotionen mit sich, die du verarbeiten musst. Das Akzeptieren dieser Realität ist der erste Schritt zur Selbstfürsorge.

Effektive Selbstfürsorge als Grundpfeiler der Pflege

Selbstfürsorge ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Es ist die Basis, auf der du überhaupt erst in der Lage bist, für andere zu sorgen. Du kannst kein Wasser aus einem leeren Krug schöpfen. Wenn du dich selbst vernachlässigst, leidet nicht nur deine Gesundheit, sondern letztendlich auch die Qualität der Pflege, die du deinem Angehörigen zukommen lassen kannst.

Priorisiere deine Bedürfnisse

Es mag sich zunächst egoistisch anfühlen, aber deine eigenen Bedürfnisse müssen an erster Stelle stehen, zumindest für einen Teil des Tages. Das bedeutet nicht, die Bedürfnisse deines Angehörigen zu ignorieren, sondern einen Ausgleich zu finden. Überlege, was du brauchst, um physisch und mental funktionsfähig zu bleiben. Sind es ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung oder regelmäßige Bewegung?

Schaffe Inseln der Erholung

Integriere bewusst Auszeiten in deinen Alltag. Diese müssen nicht lang sein – manchmal genügen schon 15 bis 20 Minuten, in denen du bewusst etwas nur für dich tust. Das kann ein Spaziergang sein, das Hören deiner Lieblingsmusik, das Lesen eines Buches oder einfach nur in Ruhe eine Tasse Kaffee trinken. Diese kleinen Pausen sind wie Anker in einem stürmischen Meer; sie geben dir Halt.

Pflege sozialer Kontakte

Die Isolation, die mit der Pflege oft einhergeht, ist ein großer Risikofaktor für Überforderung. Halte den Kontakt zu Freunden und Familie aufrecht, auch wenn es schwerfällt. Erzähle ihnen von deinen Erfahrungen, deinen Freuden und auch deinen Belastungen. Manchmal hilft schon das bloße Aussprechen, um Druck abzubauen. Wenn es dir guttut, suche bewusst nach Gleichgesinnten in Selbsthilfegruppen. Der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erleben, kann eine enorme Entlastung sein.

Grenzen setzen und externe Hilfe in Anspruch nehmen

Einer der häufigsten Fehler pflegender Angehöriger ist es, keine Grenzen zu setzen und zu zögern, externe Hilfe anzunehmen. Dies führt unweigerlich zu chronischer Überlastung und Burnout.

Lerne „Nein“ zu sagen

Es ist entscheidend, dass du lernst, „Nein“ zu sagen – sowohl zu zusätzlichen Aufgaben, die dir aufgebürdet werden sollen, als auch zu deinen eigenen perfektionistischen Ansprüchen. Du musst nicht alles perfekt machen. Die „gute genug“ Pflege ist oft ausreichend, und das ist in Ordnung. Dein Angehöriger wird dir dankbar sein, wenn du nicht zusammenbrichst, weil du dich überforderst.

Klare Kommunikation mit Angehörigen

Gespräche über die eigenen Grenzen und den Bedarf an Unterstützung können schwierig sein, sind aber unerlässlich. Sprich offen mit anderen Familienmitgliedern und Freunden über die Herausforderungen, mit denen du konfrontiert bist. Erkläre ihnen, welche Art von Unterstützung du benötigst, sei es bei der Pflege selbst, bei alltäglichen Besorgungen oder einfach nur durch emotionale Unterstützung. Manchmal benötigen andere nur eine klare Anleitung, wie sie helfen können.

Professionelle Hilfe einplanen

Professionelle Pflegedienste, Tagespflegen oder Kurzzeitpflegeeinrichtungen sind keine Zeichen des Versagens, sondern wertvolle Ressourcen. Sie können dich entlasten, indem sie spezialisierte Aufgaben übernehmen oder dir einfach eine Auszeit ermöglichen. Informiere dich über die verschiedenen Angebote in deiner Region.

  • Ambulante Pflegedienste: Sie können bei der Grundpflege, der Medikamentenversorgung oder der Wundversorgung unterstützen.
  • Tagespflege: Dein Angehöriger verbringt den Tag in einer Einrichtung und wird dort betreut, während du Zeit für dich hast.
  • Kurzzeitpflege: Für einige Tage oder Wochen kann dein Angehöriger in einer stationären Einrichtung betreut werden, was dir eine längere Auszeit, beispielsweise für einen Urlaub, ermöglicht.
  • Entlastungsleistungen: Informiere dich über die Möglichkeiten, die dir die Pflegeversicherung bietet, um Unterstützungsleistungen zu finanzieren.

Die Bedeutung von Information und Organisation

Wissen ist Macht, und gute Organisation ist ein Schutzschild gegen Chaos. Je besser du informiert und organisiert bist, desto weniger Stress wirst du empfinden.

Sich aktiv informieren

Mache dich mit der Krankheit deines Angehörigen vertraut. Verstehe den Verlauf, die möglichen Symptome und die benötigten Pflegemaßnahmen. Dies gibt dir Sicherheit und hilft dir, die Bedürfnisse deines Angehörigen besser zu antizipieren. Nutze hierfür verlässliche Quellen wie Ärzte, Pflegefachkräfte, Patientenorganisationen oder Fachliteratur.

  • Krankheitsbild: Verstehe die medizinischen Aspekte, damit du fundierte Entscheidungen treffen kannst.
  • Medikamentenmanagement: Halte stets eine aktuelle Liste aller Medikamente, Dosierungen und Einnahmezeiten bereit. Führe eine Art Medikationsplan.
  • Rechtliche Aspekte: Setze dich mit Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügungen auseinander, solange dein Angehöriger noch in der Lage ist, seine Wünsche zu äußern.

Aufbau eines Informationsnetzwerks

Pflege ist Teamwork. Baue ein Netzwerk aus Ärzten, Therapeuten, Sozialarbeitern und anderen Fachkräften auf, die dich beraten und unterstützen können. Regelmäßige Kommunikation mit diesem Netzwerk stellt sicher, dass alle Beteiligten auf dem gleichen Stand sind und sich die Pflege ideal ergänzt.

Organisation des Alltags

Strukturiere deinen Alltag. Ein fester Tagesablauf kann sowohl für dich als auch für deinen Angehörigen hilfreich sein. Notiere dir Termine, Medikamentenpläne und wichtige Telefonnummern. Nutze Hilfsmittel wie Kalender, Notizbücher oder digitale Apps, um den Überblick zu behalten. Ein geordneter Tagesablauf reduziert unvorhergesehene Situationen und damit Stress.

  • To-Do-Listen: Priorisiere Aufgaben und kreuze sie ab, wenn sie erledigt sind – das gibt dir ein gutes Gefühl der Kontrolle.
  • Kontakte: Erstelle eine umfassende Liste mit allen wichtigen Kontakten: Ärzte, Apotheke, Pflegedienst, Familie, Freunde, Notfallnummern.
  • Dokumentenmappe: Alle wichtigen Unterlagen (Arztberichte, Bescheide der Pflegekasse, Vollmachten) sollten an einem leicht zugänglichen Ort aufbewahrt werden.

Die emotionale Belastung erkennen und bewältigen

 

Maßnahme Beschreibung Nutzen für dich Empfohlene Häufigkeit
Klare Zeitplanung Erstelle einen realistischen Tages- und Wochenplan für die Pflegeaufgaben. Verhindert Überlastung und sorgt für Struktur im Alltag. Täglich
Regelmäßige Pausen Plane bewusst Pausen ein, um dich zu erholen und neue Energie zu tanken. Reduziert Stress und beugt Erschöpfung vor. Mehrmals täglich
Unterstützung suchen Hole dir Hilfe von anderen Familienmitgliedern oder professionellen Diensten. Entlastet dich und sorgt für mehr Ausgleich. Bei Bedarf
Eigene Bedürfnisse beachten Erkenne deine Grenzen und nimm dir Zeit für Hobbys und soziale Kontakte. Erhöht dein Wohlbefinden und verhindert Burnout. Wöchentlich
Information und Weiterbildung Informiere dich über Pflegetechniken und Unterstützungsangebote. Erhöht deine Sicherheit und Kompetenz in der Pflege. Monatlich

Die emotionale Komponente der Angehörigenpflege wird oft unterschätzt. Du bist nicht nur Pflegender, sondern auch ein Mensch mit eigenen Gefühlen, der den Verlust, die Veränderungen und die Herausforderungen miterlebt.

Trauer und Verlust

Es ist normal, Trauer zu empfinden, wenn die Person, die du pflegst, sich verändert oder Fähigkeiten verliert. Dies ist ein Prozess des „lebendigen Verlusts“ oder einer „vorweggenommenen Trauer“. Erlaube dir, diese Gefühle zuzulassen und zu verarbeiten. Sie gehören zum Prozess dazu.

Schuldgefühle und Ärger

Oft entstehen Schuldgefühle, weil man denkt, nicht genug oder nicht das Richtige zu tun. Auch Ärger gegenüber der Situation, dem Angehörigen oder anderen Familienmitgliedern ist verbreitet. Wichtig ist es, diese Gefühle zu erkennen, ohne sich von ihnen überwältigen zu lassen. Sprich darüber – mit Vertrauenspersonen, Freunden oder professionellen Helfern.

Psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen

Zögere nicht, professionelle psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn du merkst, dass die Belastung zu groß wird. Ein Therapeut oder Berater kann dir helfen, Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln, mit Schuldgefühlen umzugehen und einen gesunden Umgang mit der Situation zu finden. Es ist keine Schande, Unterstützung zu suchen; es zeigt vielmehr deine Verantwortung für dich selbst und damit auch für deinen Angehörigen.

Anerkennung und Wertschätzung

Denke daran, dass das, was du leistest, immens ist und Anerkennung verdient. Auch wenn es manchmal im Alltag untergeht, deine Arbeit ist von unschätzbarem Wert. Versuche, die kleinen Erfolge zu sehen und dich für deine Bemühungen zu würdigen. Die Pflege eines Angehörigen ist Marathon und kein Sprint. Ein ausgeglichener Pflegender ist ein besserer Pflegender.

Abschließende Gedanken

Die Angehörigenpflege ist eine Herausforderung, die dich an deine Grenzen bringen kann. Doch mit den richtigen Strategien, einem starken Unterstützungsnetzwerk und einem ehrlichen Blick auf deine eigenen Bedürfnisse kannst du diese Aufgabe meistern, ohne an Überforderung zu zerbrechen. Du bist wertvoll und deine Gesundheit ist es auch. Betrachte deine Selbstfürsorge nicht als Egoismus, sondern als notwendige Investition in deine Fähigkeit, langfristig für jemanden da zu sein, der dich braucht.

 

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